Leader-Aktionsgruppe „Bördeland“ sucht nach weiteren Projekten
Von Anja Keßler
Die Leader-Aktionsgruppe „Bördeland“ möchte mit einem neuen Projekt dafür werben, dass nicht nur die Kommunen selbst oder Institutionen wie die Kirche an dem Förderprogramm teilnehmen können. In Zens wird der Umbau einer Hofstelle unterstützt, in der sich eine Tierärztin niedergelassen hat. „Leader soll auch gegen Abwanderung wirken“, begründet Leader-Managerin Antje Böttger die finanzielle Unterstützung des Vorhabens. Von

Bernd Nimmich, Simone Hagemann und Antje Böttger stehen vor der Hauseinfahrt in Zens, wo |
|
Anja Keßler Zens. Dr. Simone Hagemann steht gegen den Trend. Statt als junge Akademikerin Sachsen- Anhalt den Rücken gen Westen zu kehren, ist die 28-Jährige aus Göttingen nach Zens gezogen. „Mein Mann hat hier wegen des guten Bördebodens und der großen Flächen einen landwirtschaftlichen Betrieb gegründet“, erklärt die junge Tierärztin, warum sie von Niedersachsen hierher kam. Privatinitiative öffentlich fördern Zu einem der Felder, die die Familie kaufte, gehörte eine Hofstelle in der Zenser Bördestraße. Das Haus, um 1900 gebaut, beherbergte vier Wohnungen, ein großer Hof mit Stall schloss sich an. „Ich hatte schnell die Idee, im unteren Geschoss meine Praxis einzurichten“, sagt Simone Hagemann. Unterstützung bei dem Vorhaben fand sie bei Bürgermeister Bernd Nimmich. Bördelands Gemeindeoberhaupt ist in der Leader-Aktionsgruppe aktiv und weiß darum um den Wunsch, auch Privatinitiativen öffentlich zu fördern. „Als Kommune sind wir nicht mehr so fi nanzkräftig, der Haushalt ist in der Konsolidierung“, erklärt Nimmich. Umso mehr freut er sich über Privatinitiativen von Unternehmern oder Vereinen. „Leader |
ist keine kommunale Förderung. Jeder, mit einer guten Idee, die das Dorfl eben attraktiver macht und für die Allgemeinheit etwas bringt, kann sich um Förderung bewerben.“ „Es geht bei Leader um mehr als bei den alten Dorfsanierungs- Programmen“, ergänzt Antje Böttger, die als Leader- Managerin die Schnittstelle zum Land darstellt. „Wegen schöner rot gedeckter Dächer bleiben die Menschen nicht hier. Wir wollen Projekte unterstützen, die auch die weichen Standortfaktoren berücksichtigen und eine Daseinsvorsorge bilden.“ Im September des vergangenen Jahres eröffnete Hagemann ihre Praxis, beschäftigt zwei Frauen auf Mini-Job-Basis und betreut inzwischen 300 tierische Patienten. Die Praxisräume sollen ausgebaut werden. Neben einem Operationsraum soll ein weiterer Schwerpunkt auf Chiropraxis gelegt werden. Zwei Wohnungen im Obergeschoss bleiben erhalten und werden saniert. Seit drei Wochen haben die Handwerker im Haus das Sagen. Über das Leader-Programm erhielt Hagemann 66 000 Euro. Damit werden neue Fenster gesetzt und mit Läden versehen, die Fassade energetisch saniert, das Dach gedeckt, der Hof im bördetypischen Stil gepfl astert. „Außerdem bauen wir den Hofbogen wieder auf, den wir auf einem alten Bild gesehen haben“, sagt Hagemann. In zwei Wochen soll die Außensanierung abgeschlossen sein. Den Innenausbau fi nanziert die Wahl-Zenserin selbst. Mit der Haussanierung ist ein erster Teil des Hagemannschen Projektes geschafft. „Ich möchte auch gern den halb verfallenen Stall wieder aufbauen und dann dort auch Pferde hier in der Praxis betreuen“, sagt die Tierärztin. Auch dafür könnte sie europäische Fördermittel bei der Leader-Aktionsgruppe und dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten beantragen, erklärt Antje Böttger. Das Leader-Programm läuft noch bis 2013. Für das kommende Jahr werden noch Projekte gesucht.
Dokumenten Information
Copyright © Volksstimme 2011
Dokument erstellt am 2011-09-27
Zurück